Deutscher Gewerkschaftsbund

27.09.2016
DGB Kreisvorstand Neumarkt

Neumarkt: Aktuelle Herausforderungen in der Alterssicherung. „Marathon, kein Spurt.“

Schutz vor Altersarmut, Demografie und Finanzierbarkeit seien die drei größten Herausforderung, vor denen die Systeme der Alterssicherung stehen, so Andreas Schmal, Regionssekretär des DGB Bayern. Dieser konnte am Donnerstag, den 22.09.2016 von Vorsitzenden des DGB Neumarkt und Kreisrat Michael Meyer im Gasthof zur Au in Neumarkt begrüßt werden.

Schmal, auch Versichertenberater und Mitglied der Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Bayern-Süd führte inhaltlich durch den Abend. „Leider kommen die Menschen erst zum Versichertenberater, wenn das Erwerbsleben fast vorbei ist“, so Schmal. „Dabei ist die Absicherung im Alter ein Marathon und kein Spurt.“

Die Rente berechnet sich aus den sogenannten Entgeltpunken. Je länger man arbeitet und je mehr man verdient, desto höher fällt die Rente aus.

Daraus ergeben sich auch die Schwierigkeiten in der Absicherung des Alters. Niedriglöhne, Teilzeit, Minijobs, Zeiten in denen nicht gearbeitet wird, sei es wegen Arbeitslosigkeit oder Kinderzeiten, drücken später die Renten. Dies kann man laut Schmal sehr gut an den Zahlen für Neumarkt sehen. Gerade bezieht eine Generation Rente, bei der die Männer Vollzeit in Industrie und Handwerk arbeiteten, die Frauen aber daheim geblieben sind. Daher liegt der durchschnittliche Rentenzahlbetrag bei Männern im Landkreis Neumarkt über 1000 Euro, bei Frauen hingegen unter 450 Euro.

Zu den aktuellen Herausforderungen der Alterssicherung gehörten: flexible Übergänge in die Ruhestandsphase, Rentenangleichung Ost-West, solidarische Lebensleistungsrente und die Entwicklung der gesetzlichen Rente, sowie der betrieblichen und privaten Altersvorsorge.

Die private Altersvorsorge, besser bekannt als Riesterrente, erklärte Andreas Schmal für gescheitert. Erstens erreiche sie nur Menschen, die gut genug verdienen um privat zu sparen und zweitens ist sie in Zeiten der Niedrigzinsen katastrophal unrentabel. Auch die betriebliche Altersvorsorge erreiche die Zielgruppe nur ungenügend.

„Genauso wie der Arbeitsmarkt ist auch die Rente zweigespalten. Auf der einen Seite die Beschäftigten in großen Betrieben mit Tarifvertrag und Betriebsrat, relativ gut verdienend, mit betrieblicher Altersvorsorge und genügend Einkommen um privat vorzusorgen. Auf der anderen Seite die Beschäftigten in kleinen Betrieben mit viel prekärer Beschäftigung und ohne die Ressourcen zu sparen.“, verdeutlicht der Gewerkschafter das Problem.

Zum Abschluss des Abends plädierte auch der Kreisvorsitzende Michael Meyer dafür, die gesetzliche Rente zu stärken und das Niveau auf einem armutssicheren Niveau zu halten.


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