Deutscher Gewerkschaftsbund

25.09.2018
DGB Ortskartell Furth im Wald

DGB Ortskartell Furth im Wald begrüßt Einigung bei der Rente

Das Ortskartell diskutiert über die anstehende Landtagswahl am 14. Oktober 2018 und die Planungen der Bundesregierung zur Rente.

Auf der letzten Sitzung des Ortskartells Furth im Wald diskutierten die Mitglieder über die anstehende Landtagswahl am 14. Oktober 2018 und die Planungen der Bundesregierung zur Rente. "Mit diesem Vorhaben stabilisiert die Bundesregierung endlich das Rentenniveau und stoppt damit den Sinkflug der gesetzlichen Rente. Dafür haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften lange gestritten“, so DGB-Ortskartellvorsitzender Herbert Breu bei der Vorstandssitzung im Gasthof Mühlberger zu der er auch die DGB-Regionssekretärin Katja Ertl begrüßen konnte.

Es genügt nicht, das Rentenniveau bei 48 Prozent und nur bis zum Jahr 2025 zu stabilisieren: „Ziel muss es sein, dass das Rentenniveau über 2025 hinaus stabilisiert wird, so wie es Olaf Scholz vorgeschlagen hat. Es sollte auf mindestens 50 Prozent (2003 lag es noch bei 53,3%) angehoben werden, damit das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung wieder gestärkt wird. Die Menschen wollen generationenübergreifend darauf vertrauen, dass sie nach jahrzehntelanger Arbeit eine ordentliche Rente erhalten und nicht in die Altersarmut abstürzen“, erklärt der Ortskartellvorsitzende.

„Die gleichzeitig gesetzte Beitragssatzgrenze von 20 Prozent liegt allerdings vor allem im Interesse der Arbeitgeber und gefährdet eine nachhaltige Stabilisierung der Rentenversicherung. Die Alternativen der sogenannten „Rentenexperten“ wie Raffelhüschen und Co, die in Wirklichkeit nur Finanzberater in eigener Sache sind, sind Vorschläge zu Lasten aller Arbeitnehmer, zugunsten der Reichen und Vermögenden. Der „Rentenexperte“ und Lobbyist Raffelhüschen hat dann gleich mal ein Sinken des Rentenniveaus und eine langsame Erhöhung des Renteneintrittsalters auf etwa 70 Jahre gefordert. Die private Vorsorge, die von den sogenannten Experten als Allheilmittel gesehen wird, muss man sich auch leisten können, kritisierte Breu.

Regionssekretärin Katja Ertl begrüßte ausdrücklich die Leistungsverbesserungen bei den Erwerbsminderungsrenten. „Davon sollten aber nicht nur Menschen profitieren, die ab 2019 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in Rente gehen müssen, sondern auch die Bestandsrentner. Sie dürfen nicht leer ausgehen, da wir schon jetzt ein massives Armutsproblem bei Erwerbsminderungsrentnern haben“, betont die DGB Sekretärin. Deshalb müssten auch endlich die Rentenabschläge von 10,8 Prozent für alle abgeschafft werden. „Wer wegen Krankheit oder Behinderung seine Arbeit nicht mehr ausüben kann, darf nicht mit denselben Abschlägen belegt werden wie jemand, der freiwillig früher in Rente geht“, so Ertl weiter. Begrüßt wurde auch die weitere teilweise Angleichung der Kindererziehungszeiten für vor 1992 geborene Kinder - die sogenannte ,Mütter-Rente II'.

Sinnvoll sind auch Überlegungen, wie Menschen mit niedrigem Einkommen entlastet werden können. Allerdings gibt es dafür weitaus geeignetere Wege als die heutige Gleitzone bei den Midijobs auszuweiten. Unerwünschte Nebenfolgen wären Fehlanreize am Arbeitsmarkt und Beitragsausfälle bei den Sozialversicherungen, so Katja Ertl.

Darüber hinaus hat das Ortskartell klar Stellung zur anstehenden Landtagswahl bezogen. So unterschiedlich die Programme der Parteien hinsichtlich gewerkschaftlicher Forderungen auch sein mögen, klar ist, dass die AfD keine wählbare Alternative ist. Stattdessen sagt das Gremium: Unsere Alternative heißt Respekt und Solidarität!

OK Furth im Wald

OK Furth im Wald Ertl


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