Deutscher Gewerkschaftsbund

25.04.2018
DGB Kreisverband Regensburg

Gedenkweg für die Opfer des Faschismus in Regensburg

Regensburg - Gedenkweg für die Opfer des Faschismus

Am 23. April jähren sich die Geschehnisse am Ende des 2. Weltkriegs in Regensburg. Am prägnantesten waren dabei die Räumung und Verschleppung der Zwangsarbeiter des Colosseum, das heißt eines Außenlagers des KZ Flossenbürg und die Ermordung von Pfarrer Dr. Johann Meier, Josef Zirkl und Michael Lottner kurz vor der kampflosen Übergabe der Stadt Regensburg.

Nicht vergessen werden sollen dabei die Opfer der NS-Herrschaft in den Jahren zwischen 1933 bis 1945. Unzählige Menschen wurden ermordet, während die Mehrheit wegschaute oder profitierte.

Jahrzehntelang fand das Gedenken in Regensburg auf unterschiedlichen Wegen statt. Seit 2015 wurde erstmals unter Schirmherrschaft der Stadt Regensburg gemeinsam gedacht. Vereint begeht die Stadtgesellschaft seit 2015 den Regensburger Gedenkweg für die Opfer des Faschismus am 23. April. Der DGB Regensburg gestaltet dieses Gedenken gemeinsam mit der Stadt Regensburg, der katholischen und evangelischen Kirche, der Arbeitsgemeinschaft ehemaliges KZ Flossenbürg, der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA), der Jüdischen Gemeinde und den Zeugen Jehovas.

Auch in diesem Jahr hat der DGB Regensburg den Gedenkweg mit insgesamt sechs Stationen mitgestaltet. Am Neupfarrplatz sprach Jürgen Scholz, stellvertretender Vorsitzender des DGB Kreisverbands Regensburg und Geschäftsführer der IG Metall Regensburg zu den Teilnehmenden: " Wir stehen hier am Regensburger Neupfarrplatz und gedenken der Opfer der so genannten Neupfarrplatzgruppe. Wir machen auf unserem Gedenkweg hier Station, um an die mutigen Frauen und Männer zu erinnern, die Anfang der 1940er Jahre von den Nazis unter der Bezeichnung „Neupfarrplatzgruppe“ verfolgt wurden.“

 

 

Jürgen Scholz, Geschäftsführer der IG Metall

Jürgen Scholz, Geschäftsführer der IG Metall Ertl

Im Herbst 1942 wurden am Neupfarrplatz über 40 Personen verhaftet. Es kam zu folgenden Urteilen:

  • Josef Bollwein und Johann Kellner wurden wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ zum Tode verurteilt und am 12. August 1943 in München-Stadelheim durch das Fallbeil hingerichtet.
  • Josef Haas und Georg Zaubzer wurden zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt und ohne Todesurteil am 19. August 1943 im KZ Flossenbürg erschossen.
  • Bei Johann Eibl, Franz Herzog, Max Massinger und Johann Schindler führten Verhaftung, Verhöre und Inhaftierung zum Tod im Konzentrationslager bzw. zum scheinbaren „Freitod“.
  • Georg Sonnauer ist einige Wochen nach den Vernehmungen durch die Gestapo am 03.11.1942 und vor seiner angeordneten Festnahme am 06.01.1943 aus unbekannten Gründen verstorben.
  • Josef Rödl wurde 1945 geisteskrank aus dem Konzentrationslager Flossenbürg befreit und verstarb am 19.07.1959 im Regensburger Nervenkrankenhaus „Karthaus“.


Jürgen Scholz erinnert dabei auch an die eigene Gewerkschaftsgeschichte: „Dass sich die Freien Gewerkschaften nach 1945 als Einheitsgewerkschaften neu konstituierten, war eine der wichtigsten Lehren aus dem Faschismus. Menschen mit unterschiedlichen politischen oder religiösen Überzeugungen, mit unterschiedlicher Hautfarbe und Herkunft sind bei uns Mitglied in ein und derselben Gewerkschaft. Das ist eine elementare Voraussetzung unserer wirtschaftlichen, aber auch politischen Durchsetzungsfähigkeit. Doch selbst die Einheitsgewerkschaft, die vielen als Fels in der Brandung erscheint, muss immer wieder neu und bewusst gelebt werden. „Bewahrt die Einheit!“ – Diese Mahnung des ersten DGB-Vorsitzenden Hans Böckler darf auch bei uns selbst nicht in Vergessenheit geraten.“

 

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer am Colosseum Ertl

Station Colosseum

Station Colosseum Ertl

Station Domplatz

Station Domplatz Ertl

Station Neupfarrplatz

Station Neupfarrplatz Ertl

Station Jüdische Gemeinde

Station Jüdische Gemeinde Ertl

Station Dachauplatz

Station Dachauplatz Ertl


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