Deutscher Gewerkschaftsbund

10.11.2014
KV Tirschenreuth

Tag des Gedenkens im KZ-Flossenbürg

Tirschenreuth/Flossenbürg: Der DGB-Kreisverband Tirschenreuth besucht die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und die Gedenkveranstaltung der DGB-Jugend.

von Klaus Schuster

Die angereisten DGB’ler wurden von Herrn Bernd Henn in Empfang genommen und durch die KZ-Gedenkstätte geführt. Herr Henn blickte auf die damaligen Umstände zurück, wie es zur Gründung des KZs kam. Damit versuchte er die Beweggründe zur Gründung der Gemeinde Flossenbürg zu erklären. Er berichtete von den 300 Häftlingen, die im Mai 1938 - unter Aufsicht der SS - das Lager errichten mussten. Es wurden 10 Holzbaracken in Doppelreihen gebaut. Jede Baracke bot für 250 Häftlinge Platz, was zu einer max. Belegung von 5.000 Häftlingen im Lager führt. In den Jahren 42/43 waren etwa 4.300 Häftlinge im KZ. 1944 betrug die Zahl der KZ-Häftlinge bereits 16.000, wodurch die Lagerzustände noch menschenunwürdiger wurden. Um sich ein Bild über die Dimensionen machen zu können, werden derzeit die Fundamente der Holzbaracken nachgebaut. Ein Aufbau der Holzbaracken ist allerdings nicht vorgesehen.

Zu Kriegsende wurden nicht alle KZ-Häftlinge verlegt. Etwa 1.600 wurden in eine Baracke gepfercht, um dort jämmerlich zugrunde zu gehen. Durch die Amerikaner konnten die überlebenden, oder besser gesagt noch-lebenden Häftlinge befreit werden.

Die Besichtigung verlief über die Dauerausstellung im ehem. Heizungsgebäude, am Ehrenfriedhof und dem Krematorium vorbei, bis ins „Tal des Todes“. So wurde dieses bei einem Treffen der Überlebenden benannt. Dieser Ort wurde als erster Erschießungsplatz von der SS benutzt.

Die DGB-Jugend lud nachmittags zu einer Gedenkveranstaltung in die Kapelle ein. Die DGB-Jugend-Sekretärin Katja Ertl freute sich über den Besuch der angereisten Tirschenreuther DGB‘ler. In ihren nachdenklichen Ausführungen blickte sie auf die menschenverachtenden Zustände zurück. Sie forderte alle zu einem mutigen Einschreiten gegenüber immer noch stattfindenden Diskriminierungen auf. Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Nürnberger Schulen gestaltet die Veranstaltung mit Selbsteinstudierten mit. Schülerinnen und Schüler stellten für Ihre ermordeten Landsleute Kerzen auf. Einen würdigen Abschluss der Veranstaltung bildeten die Schweigeminute und die Kranzniederlegung durch die DGB-Jugend.

Bei der Heimreise waren sich die DGB-Kolleginnen und -kollegen einig: Der eingeschlagene Weg und die u.a. kürzlich stattgefundenen Veranstaltungen des DGB-Kreisverbandes Tirschenreuth waren wichtig und richtig!

Die Delegation in Flossenbürg

Von links: Peter Hofmann/DGB-Regionssekretär, Katja Ertl/DGB-Jugendsekretärin, Klaus Schuster/DGB-Kreisvorsitzender; vierter von rechts: Helmut Fiedler/Leiter Abteilung "Grenzüberschreitende Beziehungen" DGB Regensburg


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