Deutscher Gewerkschaftsbund

17.12.2018
DGB Oberpfalz

Geschlechterklischees auf dem Prüfstand

Geschlechterklischees in der Werbung sind wieder auf dem Vormarsch: Brave Mädchen wollen Prinzessin sein – wilde Jungs den Drachen besiegen. Auf einem Seminar setzten sich Gewerkschafter_innen aus ganz Bayern mit diesen Stereotypen auseinander.

Geschlechterklischees in der Werbung sind wieder auf dem Vormarsch: Brave Mädchen wollen Prinzessin sein – wilde Jungs den Drachen besiegen. Mami putzt, denn Papi ist zu blöd dafür. Männerprodukte sind feurig, Frauensachen weich und kalorienarm. Diese und viele weitere Themen wurden auf einem Seminar des DGB Bayern und der DGB-Jugend Bayern diskutiert, zu dem auch viele Oberpfälzer zu Gast waren.

Gerade sexistischer Werbung werden kaum Grenzen gesetzt. Geschlechterstereotype und Vorurteile scheinen wie zementiert und finden sich in Film und Fernsehen, in Schulbüchern und – unter dem Deckmantel der Wissenschaftsfreiheit – auch in Lehrmaterialien der Universitäten und Hochschulen. Von gleicher Bezahlung für gleiche Arbeit von Männern und Frauen sind wir immer noch weit entfernt, das beginnt schon bei der Ausbildung. Und immer noch tragen Frauen die Hauptlast der Sorgearbeit. Rechtspopulisten beschwören ein Zurück zur hierarchischen Geschlechterordnung und „traditionellen“ Rollenverteilung und fordern die Abschaffung der Genderforschung.

Ist dies ein Spiegel der Zeit? Haben Frauen und Männer diese Rollenbilder verinnerlicht? Wo bleibt bei all dem das Miteinander? Das waren die zentralen Themen der Tagung.

Verena Di Pasquale, stellvertretende Vorsitzende des DGB Bayern, äußerte auch Kritik am Koalitionsvertrag von CSU und Freien Wählern, in dem gleichstellungspolitische Aspekte nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die längst überfällige Novellierung des in die Jahre gekommenen bayerischen Landesgleichstellungsgesetzes findet keine Erwähnung. Zwar sei es positiv, so Di Pasquale, dass staatliche Aufträge nur noch an Unternehmen vergeben werden sollen, die sich dazu verpflichten, Frauen und Männer gleich zu bezahlen. „Aber das reicht bei weitem nicht. Denn gleiche Bezahlung bedeutet nicht automatisch auch gute Bezahlung. Diese gibt es nur mit Tarifvertrag. Daher brauchen wir in Bayern ein Tariftreue- und Vergabegesetz, damit diese Aufträge nur noch an die Unternehmen vergeben werden, die mindestens den branchenbezogenen Tariflohn zahlen“, so Di Pasquale abschließend.

Regionssekretärin Katja Ertl, Regionssekretär Peter Hofmann, stellv. Vorsitzende des DGB Bayern Verena Di Pasquale sowie die Organisatorinnen des Seminars.

Regionssekretärin Katja Ertl, Regionssekretär Peter Hofmann, stellv. Vorsitzende des DGB Bayern Verena Di Pasquale sowie die Organisatorinnen des Seminars.
DGB Bayern


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