Deutscher Gewerkschaftsbund

22.10.2019
DGB KV Cham

Armut im Alter bei Frauen hoch

Der DGB Kreisverband Cham hat zum Diskussionsabend zum Thema „Armut im Alter – Ein Frauenproblem?“ ins Haus Ostmark nach Roding eingeladen.

Zum Vortrag „Armut im Alter – Ein Frauenproblem?“ konnte DGB-Kreisvorsitzender Werner Schwarzbach die Regionssekretärin Katja Ertl vom DGB Oberpfalz als Referentin begrüßen. „Nicht nur die Einkommen, sondern auch die Vermögen sind in Deutschland extrem ungleich verteilt“, sagt Ertl. Ein Prozent der Vermögendsten besitzt so viel wie 88 Prozent der Bevölkerung, von der ein Fünftel gar kein Vermögen beziehungsweise sogar Schulden hat. Ein Grund dafür, dass die Schere zwischen arm und reich immer größer wird, ist, dass die vermögensbezogenen Steuern sehr gering sind. Nur 2,9 Prozent des Gesamtsteueraufkommens werden aus Vermögen generiert. Damit gehört das reiche Deutschland im internationalen Ranking zu den Schlusslichtern.

Frauen verdienen im Durchschnitt 21 Prozent weniger als Männer, in Bayern sind es sogar 24 Prozent. Diese Einkommenslücke (Gender Pay Gap) vergrößert sich durch Kindererziehung und Pflege von Angehörigen unterbrochenen Erwerbszeiten, durch häufige Teilzeit und prekäre Beschäftigungsformen und hat Auswirkungen auf die Renten (Gender Pension Gap). So bekommen Frauen bis zu 60 Prozent weniger Rente als Männer. Dabei gibt es auch noch regionale Unterschiede. Im Durchschnitt betrug die monatliche Rente der Neurentnerinnen 2017 in der Oberpfalz 624 Euro (Bayerndurchschnitt 684 Euro, Bundesdurchschnitt 737 Euro). Die Frauen im Landkreis Cham bekommen mit 554 Euro sogar am wenigsten Rente im Vergleich zur gesamten Oberpfalz, hinter Schwandorf (590 Euro). Die höchsten Renten beziehen die Frauen in der kreisfreien Stadt Amberg (684 Euro). Referentin Katja Ertl stellte heraus, dass die mangelnde Tarifbindung im Landkreis Cham auch ursächlich für schlechte Bezahlung und schlechte Arbeitsbedingungen seien.

Der DGB fordert einen Kurswechsel in der Rentenpolitik und eine Stärkung der Gesetzlichen Rentenversicherung. Auch wer jahrzehntelang nur für niedrigen Lohn gearbeitet hat, sollte im Alter von seiner Rente leben können. Dafür hat  Bundesarbeitsminister Hubertus Heil einen Grundrentenvorschlag vorgelegt. Der DGB befürwortet diese „Respekt-Rente“ als faires Angebot an die Menschen, die mindestens 35 Jahre anrechenbare Rentenversicherungszeiten aus Beschäftigung, Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen vorweisen können.

Mitglieder des DGB Kreisverbands Cham

Mitglieder des DGB Kreisverbands Cham Ertl


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