Deutscher Gewerkschaftsbund

18.12.2019
DGB OK Burglengenfeld

Weihnachtswünsche aus dem OK Burglengenfeld

Das DGB Ortskartell Burglengenfeld hat auf der Jahresabschlusssitzung deutlich gemacht: Ein tolles Weihnachtsgeschenk wäre eine stärkere Tarifbindung verbunden mit höheren Löhnen, mehr Urlaub und weniger Arbeitszeit - und vor allem Weihnachtsgeld für alle!

Wer mit einem Tarifvertrag arbeitet, hat es besser, so der Ortskartellvorsitzende Markus Schmidt beim Jahresabschluss des Deutschen Gewerkschaftsbundes in der Stadthalle Burglengenfeld, zu der er auch Katja Ertl vom DGB Oberpfalz begrüßen konnte.

Vermögen sind in Deutschland extrem ungleich verteilt. Die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung verfügen über fast zwei Drittel des gesamten Nettovermögens. 30 Prozent der Bevölkerung haben so gut wie gar kein Vermögen oder sogar Schulden.  Diese Spaltung in oben und unten muss dringend angegangen werden, forderte Katja Ertl. Das für abhängig Beschäftigte zentrale Instrument gegen die Einkommensungleichheit ist eine allgemeine, hohe Tarifbindung. Jahrzehntelang waren sich Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften in Bayern einig, dass eine hohe Tarifbindung in Branchen gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle schafft. Doch dieser Konsens wurde von Arbeitgebern und ihren Verbänden seit den 1990er Jahren nach und nach aufgekündigt. Immer mehr Arbeitgeber zogen sich aus Tarifverträgen zurück oder gründeten Verbände ohne Tarifvertrag. Die Tarifbindung ging drastisch zurück. Zu Lasten der Beschäftigten, so die Regionssekretärin Ertl weiter: Wer mehr und bessere Tarifverträge will, muss anpacken, sich engagieren,  Gewerkschaftsmitglied werden. Von nichts kommt nichts! Tarifverträge regeln die wesentlichen Grundlagen eines Arbeitsverhältnisses wie Gehalt, Arbeitszeit, betriebliche Altersversorgung oder Weihnachts- und Urlaubsgeld.

Betriebe in die Tarifbindung (zurück-)bringen, dazu braucht es aber auch politische Entscheidungen, so Katja Ertl.  Zum einen müssen die gesetzlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um mehr Tarifverträge für Unternehmen verpflichtend zu machen! Zum anderen ist die Allgemeinverbindlichkeit von Tarifverträgen so zu erweitern, dass sich in einer Branche alle an Tarifverträge halten müssen. Und Unternehmen, die keine Tarifverträge haben, dürfen bei öffentlicher Auftragsvergabe nicht berücksichtigt werden! Das muss über ein bayerisches Vergabegesetz geregelt werden. Es gibt also viel zu tun. Wirtschaftsminister Aiwanger könnte sich, zum Beispiel, der zunehmenden Flucht aus den Tarifverträgen annehmen. Oder der öffentlichen Auftragsvergabe. Immerhin haben die Freien Wähler vor der Wahl ein Vergabegesetz gefordert und sind nach der Landtagswahl eingeknickt. Dahinterstehen geht anders. Nicht zuletzt deshalb ist „Tarifbindung“ das aktuelle Schwerpunktthema des Zukunftsdialoges „Reden wir über…“ –  auch für den DGB Bayern und seine Gewerkschaften.

Weitere Themen waren die Planung der Maikundgebung in Maxhütte-Haidhof im Jahr 2020 sowie die DGB Ehrenamtskonferenz in Nürnberg.

OK Burglengenfeld

OK Burglengenfeld Ertl


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