Deutscher Gewerkschaftsbund

16.12.2019
DGB KV Cham

Solidarität mit Conti-Beschäftigten

Mitglieder des DGB Kreisverbands Cham schicken solidarische Grüße an alle von der Schließung des Conti-Werks in Roding betroffenen Beschäftigten.

Auf der Jahresabschluss-Sitzung des DGB Kreisverbands Cham in der Stadthalle in Roding drückten die Mitglieder aller acht DGB-Gewerkschaften ihre Solidarität mit den Beschäftigten bei Continental am Standort Roding aus. DGB-Kreisvorsitzender Werner Schwarzbach konnte neben Regionssekretärin Katja Ertl vom DGB Oberpfalz auch die Betriebsratsvorsitzende von Continental Roding, Claudia Hecht, begrüßen.

Der Automobilzulieferer Continental hatte im Herbst weitreichende Umstrukturierungen in seinen Werken weltweit angekündigt, die in den nächsten Jahren greifen sollen. Betroffen ist auch der Standort in Roding. Dort soll das gesamte Conti-Werk mit rund 540 Arbeitsplätzen bis 2024 geschlossen werden. Gründe seien unter anderem die Umbauprozesse in der Autoindustrie - weg vom Verbrennungsmotor, hin zur Elektromobilität und zu anderen Technologien. Die Mitglieder des DGB Kreisverbands zeigten sich geschockt von den Eindrücken, die Claudia Hecht schilderte und drückten ihre große Solidarität und Unterstützung aus. „Wir werden Seite an Seite mit euch kämpfen“, so die einhellige Stimmung im Kreisverband. Nachdem der Aufsichtsrat der Schließung zugestimmt hat, geht es jetzt darum, bei den Sozialplanverhandlungen möglichst viel für die Beschäftigten rauszuholen.

„Als Deutscher Gewerkschaftsbund sind wir der Dachverband von insgesamt acht Gewerkschaften und da ist es selbstverständlich, dass wir unsere größte Mitgliedsgewerkschaft – die IG Metall – und den Betriebsrat von Continental und alle Beschäftigten beim Kampf um eure Zukunft unterstützen. Wir stehen solidarisch an eurer Seite!“, sagt Regionssekretärin Katja Ertl.

Der Schock sitzt noch tief in den Knochen. 320 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel, weitere 220 Arbeitsplätze sollen an andere Standorte verlegt oder umgebaut werden. Das sind 540 Arbeitsplätze. 540 Menschen mit einer unsicherer Zukunft; 540 alleinerziehende Väter und Mütter, junge Familien, die sich in Roding ein neues Zuhause aufgebaut haben; 540 Familien, die jetzt plötzlich nicht wissen wie es weitergehen soll.

„Dass Continental in Roding geschlossen werden soll, ist ein Skandal! Es ist zutiefst entwürdigend und ein ganz falsches Spiel. Als Gewerkschaften sagen wir: Es geht nicht nur um Zahlen und um Renditen für die Aktionäre. Die Würde des Menschen bedeutet mehr als die Profite von Konzernen. Das ist keine Sozialromantik! Das ist das Leitbild, nach dem wir unsere Gesellschaft gestalten wollen. Das ist der unabdingbare Anspruch, den alle Menschen haben! Deswegen muss die Conti-Führung sich bewegen und gemeinsam nach einer Lösung suchen, die der sozialen Verantwortung eines Unternehmens gerecht wird!“, so Ertl.

Weitere Themen der Jahresabschlusssitzung waren die Planung einer Nikolausaktion am Christkindlmarkt, die Maikundgebung im Jahr 2020 sowie weitere Bildungsveranstaltungen zu den Themen Tarifbindung und Pflege.

Der DGB Kreisverband Cham zeigt seine Solidarität mit den Beschäftigten von Conti in Roding.

Der DGB Kreisverband Cham zeigt seine Solidarität mit den Beschäftigten von Conti in Roding. Ertl


Nach oben