Deutscher Gewerkschaftsbund

11.02.2019
DGB Oberpfalz

„Respekt-Rente“ - Wer denkt an die Bestandsrentner_innen!

DGB Regionssekretär Peter Hofmann mahnt: „Bei allen positiven Veränderungen dürfen wir unsere Bestandsrentner_innen und die Verschlechterungen nicht vergessen!“

Nach Auflage der neuesten Zahlen der Deutschen Rentenversicherung sieht der DGB in der Oberpfalz trotz des bereits beschlossenen Rentenpaktes noch erheblichen Korrekturbedarf der gesetzlichen Rente: „Männer, die 2017 in der Oberpfalz erstmals eine Altersrente bezogen haben, erhielten im Schnitt 1100 Euro pro Monat“ „Frauen mussten mit durchschnittlich 624 Euro auskommen. Damit liegen die Frauen deutlich unter der Armutsgefährdungsschwelle von derzeit 1.074 Euro.“, so Hofmann.

Bessere Absicherung bei Erwerbsminderungsrenten

Am 1. Januar 2019 traten Verbesserungen bei den Erwerbsminderungsrenten in Kraft. Versicherte, deren Erwerbsminderungsrente erstmals ab 1. Januar 2019 beginnt, werden ab diesem Zeitpunkt besser abgesichert. Für sie wird die sogenannte Zurechnungszeit 2019 erst mit 65 Jahren und acht Monaten enden. Bei einem Rentenbeginn ab dem 1. Januar 2020 verlängert sich die Zurechnungszeit schrittweise weiter, bis sie bei einem Rentenbeginn ab 2031 mit 67 Jahren endet. Durch die Zurechnungszeit werden erwerbsgeminderte Menschen so gestellt, als hätten sie in dieser Zeit mit ihrem bisherigen durchschnittlichen Einkommen weitergearbeitet und Beiträge gezahlt. Dadurch erhalten sie eine höhere Rente.
„Was passiert mit den vielen Erwerbsminderungs- oder Teilerwerbsminderungsrentner_innen, die bereits seit längerer Zeit ihre Rente beziehen?“, fragt sich Hofmann. „Die gehen wieder leer aus wie schon bei der großen Rentenreform am 1. Juli 2014. Politisch sind die Stichtagsregelungen sicherlich vertretbar, aber menschlich unverständlich, denn es trifft wieder einmal die schwächsten Menschen in unserer Gesellschaft - nämlich die Kranken.“ 

Ausweitung der Mütterrente

2019 treten Verbesserungen bei der Mütterrente in Kraft. Bisher werden für jedes Kind, das vor 1992 geboren wurde, bis zu zwei Jahre Kindererziehungszeit bei der Rente berücksichtigt. Nach der Neuregelung wird jetzt bis zu einem halben Jahr zusätzlich bei der Rente angerechnet. Das führt zu einer Erhöhung der Rente pro Kind um bis zu 16,02 Euro im Westen und um bis zu 15,35 Euro im Osten. „Dies ist eine weitere Ungerechtigkeit, wurden denn Kinder vor 1992 anders erzogen? Unsere Politiker_innen behaupten es ist super, dass sie einen halben Rentenpunkt draufsetzen konnten. Ich behaupte wir haben einen halben Rentenpunkt verloren - was mein Gerechtigkeitsverständnis angeht – dafür werden wir weiter kämpfen!“, so Hofmann.

Reguläre Altersgrenze wird angehoben

Die Altersrente stieg in diesem Jahr auf 65 Jahre und acht Monate für die, die 1954 geboren wurden. Für später Geborene erhöht sich das Eintrittsalter weiter. Die reguläre Altersgrenze von 67 Jahren ist 2031 erreicht.

Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt

Der Beitragssatz der sozialen Pflegeversicherung (derzeit mit Kind 2,55 % - ohne Kind 2,80 Prozent) steigt um 0,5 Prozentpunkte.

Höherer Steueranteil für Neurentner_innen

Rentenbeginn im Jahr 2019 bedeutet einen höheren Anteil der Rente zu versteuern. Der steuerpflichtige Rentenanteil steigt von 76 auf 78 Prozent an. Dieser Anstieg setzt sich bis ins Jahr 2040 fort, dann ist die gesamte Rente zu versteuern.

„Das Thema Rente wird uns noch weit über das Jahr 2019 hinaus beschäftigen und Gewerkschaftlich herausfordern“, meint Hofmann. „Denn es ist noch lange nicht für jeden selbstverständlich nach einem jahrzehntelangem arbeitsreichen Leben anständig und in Würde von seiner Rente leben zu können.“

Weitere aktuelle Zahlen und Fakten zur Situation der Rentnerinnen und Rentner im Freistaat sind im neuen Rentenreport des DGB Bayern zu finden. Dieser kann unter https://bayern.dgb.de/service/broschueren heruntergeladen werden.

Peter Hofmann, DGB-Regionssekretär Oberpfalz

Peter Hofmann, DGB-Regionssekretär Oberpfalz Hofmann


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