Deutscher Gewerkschaftsbund

12.11.2019
DGB Jugend

Erinnern heißt kämpfen

Von Diskriminierung zum Holocaust – DGB-Jugend erinnert an die Novemberpogrome und die Gräuel des Nationalsozialismus.

Zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome veranstaltete die DGB-Jugend eine Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg. Die Schülerinnen und Schüler von den Mittelschulen in Mitterteich und Altenstadt/Waldnaab, sowie von der Gewerkschaft in Hradec Králové (Königgrätz/CR) nahmen an Rundgängen durch die Gedenkstätte teil und gestalteten die Gedenkfeier in der Kapelle unter dem Motto „Erinnern heißt kämpfen“ mit eigenen Beiträgen.

80 Jahre ist es her, dass die Grenze von Diskriminierung und Ausgrenzung hin zur geplanten systematischen Vernichtung allen jüdischen Lebens überschritten wurde. Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, prophezeite den in Deutschland und Europa lebenden Jüdinnen und Juden ihre aussichtlose Zukunft. Zuvor als Nachbarn friedlich nebeneinander lebende Menschen wurden zu Feinden. Mit Unterstützung durch die Staatsgewalt wurden jüdische Wohnungen und Geschäfte geplündert, Synagogen in Brand gesteckt und Menschen in angeblicher Schutzhaft zu Tode gequält.

Den antisemitischen Ausschreitungen dieser Novembertage fielen etwa 400 Menschen zum Opfer. Sie wurden ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und tausende Geschäfte, Häuser und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Zwischen 1938 und 1945 waren hier in Flossenbürg sowie in den rund 90 Außenlagern etwa 100.000 Frauen und Männer aus mehr als 30 Ländern inhaftiert. Sie mussten in den nahegelegenen Granit-Steinbrüchen und Ziegeleien Schwerstarbeit verrichten. Die Monstrosität dieser Verbrechen veranlasste die Gewerkschaftsjugend im Jahr 1952, genau diesen Tag für die Gedenkveranstaltung auszuwählen.

In der Kapelle „Jesus im Kerker“ auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte forderte Andrea Huber vom DGB-Jugendsekretariat in Regensburg am Montagnachmittag zum Engagement gegen Faschismus und für die Würde aller Menschen auf: „Der Antisemitismus hat eine neue Dimension erreicht.“ Bezirksjugendsekretär Andro Scholl rief dazu auf, „rote Linien“ zu ziehen, die nicht überschritten werden dürfen. Das müsse für die Umdeutung der Geschichte ebenso gelten, wie für Vorurteile oder für den Rassismus.

Schülerinnen und Schüler von den Mittelschulen in Mitterteich und Altenstadt/Waldnaab, sowie von der Gewerkschaft in Hradec Králové (Königgrätz/CR) erzählten vom Geschehen rund um die Nacht von 9. auf den 10. November 1938. Mit ihren Vorträgen führten sie vor Augen, wie sich der Terror der Nazis auf die Menschen auswirkte. Zu hören war auch von der Sorge um den aktuell zunehmenden Antisemitismus.

Herbert Schmid von Arbeit und Leben in Weiden hat die Beiträge mit den Schulen im Vorfeld vorbereitet und die Schülerinnen und Schüler in die Thematik eingeführt. In den folgenden Gedenkweg zur Kranzniederlegung reihten sich Berufsschüler_innen aus Regensburg, ehren- und hauptamtliche Gewerkschaftsvertreter_innen sowie der Flosser Bürgermeister Günter Stich ein. Am Ehrenfriedhof wurde ein Kranz niedergelegt.

DGB-Jugendsekretärin Andrea Huber

DGB-Jugendsekretärin Andrea Huber Ertl

DGB-Bezirksjugendsekretär Andro Scholl

DGB-Bezirksjugendsekretär Andro Scholl Ertl

Beiträge der Schulklassen

Beiträge der Schulklassen Ertl

Beiträge der Schulklassen

Beiträge der Schulklassen Ertl

Beiträge der Schulklassen

Beiträge der Schulklassen Ertl

Kranzniederlegung und Gedenkminute

Kranzniederlegung und Gedenkminute Ertl

Kranzniederlegung und Gedenkminute

Kranzniederlegung und Gedenkminute Ertl

Kranzniederlegung und Gedenkminute

Kranzniederlegung und Gedenkminute Ertl


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