Deutscher Gewerkschaftsbund

16.11.2018
DGB-Jugend

Erinnern heißt kämpfen

Die DGB-Jugend erinnert jährlich rund um den 9. November an die Novemberpogrome und die Gräuel des Nationalsozialismus.

Zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome veranstaltete die DGB-Jugend eine Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg. Die Schülerinnen der 9. Klassen der Sophie-Scholl-Realschule Weiden und der 10. Klassen der Mädchenrealschule der Zisterzienserinnen in Waldsassen sowie eine Delegation tschechischer Schüler von der Metallgewerkschaft OS Kovo nahmen an Rundgängen durch die Gedenkstätte teil und gestalteten die Gedenkfeier in der Kapelle unter dem Motto „Erinnern heißt kämpfen“ mit eigenen Beiträgen.

80 Jahre ist es her, dass die Grenze von Diskriminierung und Ausgrenzung hin zur geplanten systematischen Vernichtung allen jüdischen Lebens überschritten wurde. Die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, prophezeite den in Deutschland und Europa lebenden Jüdinnen und Juden ihre aussichtlose Zukunft. Zuvor als Nachbarn friedlich nebeneinander lebende Menschen wurden zu Feinden. Mit Unterstützung durch die Staatsgewalt wurden jüdische Wohnungen und Geschäfte geplündert, Synagogen in Brand gesteckt und Menschen in angeblicher Schutzhaft zu Tode gequält.

Den antisemitischen Ausschreitungen dieser Novembertage fielen etwa 400 Menschen zum Opfer. Sie wurden ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und tausende Geschäfte, Häuser und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Zwischen 1938 und 1945 waren hier in Flossenbürg sowie in den rund 90 Außenlagern etwa 100.000 Frauen und Männer aus mehr als 30 Ländern inhaftiert. Sie mussten in den nahegelegenen Granit-Steinbrüchen und Ziegeleien Schwerstarbeit verrichten.

Die Monstrosität dieser Verbrechen veranlasste die Gewerkschaftsjugend im Jahr 1952, genau diesen Tag für die Gedenkveranstaltung auszuwählen.

Dem Gedenken schlossen sich zahlreiche Gewerkschafter_innen des DGB und der Mitgliedsgewerkschaften sowie MdL Anette Karl (SPD) und Anna Tomann (Bündnis 90/Die Grünen) an.

DGB-Jugendsekretärin aus der Oberpfalz, Andrea Huber, stellte klar: „Die Gefahr des Vergessens wächst. Wir befinden uns in einem Übergang und in einer Veränderung der Erinnerung. Sicher ist, dass es eine Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen nur dann geben wird, wenn wir sie weitergeben. Deswegen ist es so wichtig, dass gerade junge Menschen die Erinnerung am Leben halten und weiter tragen und sich einsetzen dafür, dass sich das Geschehene in Zukunft niemals wiederholt. Erinnern heißt kämpfen!“

Im Anschluss an die Gedenkfeier legten die Schüler_innen zwei Kränze im Tal des Todes nieder.

DGB-Jugendsekretärin Andrea Huber

DGB-Jugendsekretärin Andrea Huber Ertl

Schülerinnen bei der Gedenkfeier

Schülerinnen bei der Gedenkfeier Ertl

Gedenkminute im Tal des Todes

Gedenkminute im Tal des Todes Ertl

Gedenkminute im Tal des Todes

Gedenkminute im Tal des Todes Ertl


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